Mit Erschrecken und völligem Unverständnis reagiert der Schwemme e.V. auf die Mitteilung, dass die Bauordnungsbehörde der Stadt Halle eine komplette Abrissverfügung für das Baudenkmal Brüderstraße 7 ausgesprochen hat.
Gerade in der Stadt Halle gibt es eine hohe Kompetenz von Baufachleuten und Praktikern, die mit der Sanierung von Fachwerkhäusern große Erfahrung haben. Auch der Verein selbst hat mit der Notsicherung, Sanierung und Teilrekonstruktion der Schwemme nach dem verheerenden Brand gezeigt, dass es immer Alternativen zum Abriss einsturzgefährdeter Baudenkmäler gibt.
Ein Renaissancefachwerkhaus, wie die Brüderstraße 7 mit einem liegenden Sparrenstuhl wird selbst auf Grund eines Teilversagens des darunter liegenden Tragwerks nicht einfach einstürzen. Zudem ist die öffentliche Sicherheit durch die weiträumige Absperrung gewährleistet.
Da ausreichend Kenntnisse zum statischen Gefüge des Gebäudes vorliegen, ist es möglich, Notabstützungen und Stabilisierungsmaßnahmen von außen durchzuführen, bevor das Gebäude betreten wird.
Der Verein bietet der Stadt Halle an, umgehend Fachleute aus seinem LEHM-BAU-KULTUR-Netzwerk mit jahrzehntelanger praktischer Berufserfahrung speziell bei Erhalt und Sanierung von denkmalgeschützten Fachwerkhäusern zu Verfügung zu stellen, um mit der Verwaltung gemeinsam Alternativen zu einem Komplettabriss auszuloten.
Durch seine Erfahrung mit dem Wiederaufbau der Schwemme kann der Verein zudem den Nachweis erbringen, dass sowohl eine Sanierung wie ein teilweiser Wiederaufbau eines Fachwerkhauses auch für einen privaten Eigentümer wirtschaftlich darstellbar und nicht teurer als ein Neubau ist. Mit der Rekonstruktion des abgebrannten Fachwerks und des Dachstuhls am Südteil der Schwemme liegen aktuelle Baupreise örtlicher Baufirmen für sämtliche dazu notwendige Bauleistungen vor.
Dipl.-Ing. Gernot Lindemann
Vorstandsmitglied Schwemme e.V. |