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Adventsnewsletter des
Schwemme e.V.2022

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wir möchten heute auf die letzten Monate zurückblicken und einen Einblick in das Baugeschehen in diesem ereignisreichen Jahr geben. Wir bedanken uns bei allen Helferinnen und Helfern, die uns bei zahlreichen Einsätzen unterstützt haben. Noch haben wir eine gute Wegstrecke vor uns, sind aber zuversichtlich, dass wir auch das mit Ihrer Hilfe und der tatkräftigen Unterstützung vor Ort schaffen werden.

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Zunächst wollen wir aber gemeinsam anstoßen, die neuesten Kreationen unserer Brauer verkosten und auf das Jahr zurückblicken. Dazu laden wir am zweiten Adventswochenende herzlich in die Schwemme ein.


Johanna Voll für den Schwemme e.V.

Aktuelle Neuigkeiten rund um die Schwemme finden Sie auch auf
Facebook, auf Instagram und unserer Website.

Aktuelle Veranstaltungen

In den Wintermonaten wird es wieder ruhiger bei uns. Ein letztes Highlight haben wir aber noch: Am zweiten Adventswochenende ist es wieder soweit und wir öffnen die Schwemme zum letzten Mal in diesem Jahr!

Advent in der Schwemme am 3. & 4.12.2022

Jeweils von 14-19 Uhr laden wir in den Schwemmehof und unseren urigen Keller ein. Dort haben wir allerlei Schätze aus dem Schwemmelager, Hühndorfs Biobratwürste vom Grill sowie Grilkäse und einen Glühwein dazu. Die Lagerfeuerromantik rund um unsere Feuerschale darf natürlich auch nicht fehlen.

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Zum Adventsmarkt begrüßen wir eine kleine Auswahl kreativer Stände von regionalen Künstler:innen. Mit dabei sind unter anderem:

Punkterei - Dot Art aus Halle

Johanna Voll bringt ihre farbenfrohe Punktmalerei mit in die Schwemme. Sie erwarten echte Unikate: Leinwände, Mandalasteine und einige Schmuckstücke im gemütlichen Schwemmekeller.

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Noah Klotzsche  - SinnBildWerk

Seine „Erbauungswaren aus Papier“ entstehen aus eigenen Motiven und gestalterischen Ideen, einerseits kritisch-humorvoll, andererseits träumerisch-verspielt.

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38Punkt - Buch Druck Atelier

Katja Labedzki vom BuchDruckAtelier 38Punkt bringt ein paar Schätze aus ihrer Druckwerkstatt mit. Sicherlich ist auch die ein oder andere Geschenkidee dabei!

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Diese Kostproben aus unserer Brauerei erwarten Sie  

Unsere Brauer haben mit viel (Experimentier-)Freude die Community-Braukessel angefeuert und präsentieren anlässlich des Advents in der Schwemme gleich drei Biere. Die Mengen sind begrenzt.

Black IPA

Es handelt sich um ein kräftiges Schwarzbier mit tiefen Röst- und Kaffeearomen mit japanischen Sorachi Ace.

Milkshake

Sie erwartet ein Single Hop mit Polaris-Hopfen und Laktose. Dadurch ergibt sich ein sehr weiches cremiges Mundgefühl beim Trinken.

X-Mas

Ein weihnachtliches Bier mit Whisky- und Biskuitmalz, dunkel, gestopft mit Spekulatiusgewürz & Rosinen.

Eine Übersicht aller Veranstaltungen finden Sie auf unserer Website.

 
Einblicke in den Baufortschritt
Die Schwemme feiert Richtfest und wird zur Schaubaustelle

Im Mai konnten die Mitglieder des Schwemme e.V. Richtfest feiern, nachdem der Dachstuhl des durch einen Brand zerstörten, südlichen Teils der ehemaligen Schwemme-Brauerei wieder rekonstruiert wurde. Das Gebäude hat nun seine straßenraumprägende Gestalt zurück. Damit ist ein wesentlicher Meilenstein auf dem Weg zur Rettung des denkmalgeschützten Fachwerkgebäudes erreicht. Schon seit einigen Monaten sind die Bauarbeiten im vollen Gange. Voraussetzung war die im August 2021 erteilte Baugenehmigung, die nach über einjähriger Bearbeitungszeit im Wesentlichen die Planungsziele des Vereins bestätigte. Die Ansätze zum größtmöglichen Substanzerhalt, zur Eingriffsminimierung und Schaffung einer flexiblen Raumstruktur zugunsten der Nutzungsvielfalt innerhalb des Gebäudes mit den berechtigten Forderungen der Genehmigungsbehörde in Einklang zu bringen, war insbesondere für die Planenden des Brandschutzes, der Statik und des Schallschutzes herausfordernd.

Während zu Beginn des Projektes überwiegend Eigenleistungen wie Schuttberäumung, Sicherungsmaßnahmen und kleinteilige Instandsetzungen durch Vereinsmitglieder und freiwillige Helfer das Gebäude vor weiterem Verfall bewahrten und eine Teilnutzung sicherstellten, sind es nun auch professionelle Firmen, die ihren Beitrag zur Sanierung leisten. Dabei geht es in erster Linie um die statisch-konstruktive Sicherung und das Schließen der Gebäudehülle. Die hierfür durch die Stadt Halle bereitgestellten Städtebaufördermittel müssen noch in diesem Jahr durch den Schwemme e.V. investiert werden.

Bedingt durch akute Einsturzgefahr erfolgte im Oktober 2021 der Abbruch der historischen Hofbebauung. Perspektivisch soll der Hof durch einen Neubau hier wieder einen Abschluss zum Mühlgraben erhalten. Am kleinen ufernahen Seitenflügel hingegen können aufmerksame Beobachter erahnen, wie das gesamte Gebäudeensemble einmal aussehen. Denn dort sind bereits neue Kreuzstockfenster eingebaut, der Putz repariert und das Dach mit historischen Dachziegeln eingedeckt worden. Im Sinne eines „Versuchsbauteils“ konnte der Verein Erfahrungen im Kleinen sammeln und diese nun auf die Hauptgebäudeteile anwenden. Konkrete Angaben zu Art und Weise der vom Verein angestrebten Ausführung und zur bevorzugten Materialwahl für einen denkmalgerechten und gebäudespezifischen Sanierungsansatz lassen sich so mit den Handwerksfirmen und Baubetrieben einfacher kommunizieren. So ist beispielsweise auch für das riesige Hauptdach der Einsatz wiederverwendeter Dachziegel geplant, geborgen von halleschen Denkmalen.

Auch die Auswahl des richtigen Bauholzes für den neuen Dachstuhl konnte durch kleinere, vorangestellte Reparaturen am Seitenflügel erfolgen. Einig war man sich darüber, dass mit klassischen Vollhölzern, die weder keilgezinkt noch verleimt sind, sowie mit sägerauen Oberflächen und traditionellen Holzverbindungen gebaut werden sollte. Das Bauholz, immerhin 130 Kubikmeter Kiefernholz, stammt aus einem brandenburger Wald und konnte trotz der Turbulenzen am Baustoffmarkt sicher und preisstabil geordert werden. Die ausführenden Zimmerleute eines halleschen Baubetriebs verfügen über umfangreiche Erfahrungen im Umgang mit historischer Bausubstanz. Auf eine hochmoderne und wirtschaftliche Fertigungsweise wurde dennoch nicht verzichtet. Der Abbund, also das Zuschneiden der Hölzer auf Länge und Querschnitt, sowie das Vorbereiten der passenden Fügungen, wie zum Beispiel einer Zapfenlochverbindung, erfolgte weitestgehend automatisiert.

Ausgehend von einem verformungsgerechten, dreidimensionalen Laseraufmaß, welches der Verein bereits vor einigen Jahren in Auftrag gegeben hatte und welches Grundlage der Gesamtplanung ist, wurde ein digitales Modell des Dachstuhles generiert. In diesem Modell mussten alle Angaben für die Vorfertigung enthalten sein. In den Werkhallen des Abbundzentrums in Niemberg bei Halle durchliefen die Hölzer dann eine Bearbeitungsstrecke CNC-gesteuerter Anlagen. Zusammen mit detaillierten Positionsplänen wurde das Holz abschnittsweise auf die Baustelle geliefert und konnte dort innerhalb kürzester Zeit aufgerichtet werden.

Nachdem der Brandschaden nach nunmehr sieben Jahren zumindest äußerlich nicht mehr sichtbar ist, konzentrieren sich die Zimmererarbeiten jetzt auf den mittleren und nördlichen Gebäudeteil. Hier gibt es noch genug Altholzsubstanz und das Schadensbild der Konstruktion ist überschaubar, so dass Reparieren, bereichsweises Verstärken und Ergänzen im Vordergrund stehen.

Der Blick auf die Denkmal-Baustelle bleibt jedoch nicht nur den ausführenden Firmen und mitwirkenden Vereinsmitgliedern vorbehalten. In letzter Zeit verdichten sich die Termine, an denen Workshops zum Thema Lehmbau stattfinden. Als Mitglied im Bündnis „GOLEHM“, einer Initiative des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt und in Kooperation mit der Hochschule Anhalt Dessau und der TU Dresden organisierte der Verein Tagesseminare für Studierende der Architektur und Denkmalpflege und gab praktische Einblicke in die Fertigung von Lehmsteinen, das Ausmauern von Fachwerk oder das Herstellen einer Lehmstakenfüllung. Auch interessierte Laien können an vorgegebenen Wochenenden an Lehmbau-Workshops teilnehmen. Die Kooperation mit Universitäten und Hochschulen soll zukünftig weiter intensiviert werden.

Die noch über einen längeren Zeitraum vorherrschende Bautätigkeit möchte der Verein als Chance verstehen, traditionelles Handwerk und nachhaltige Bauweisen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Neben den regelmäßigen kulturellen Veranstaltungen, wie der Fête de la Musique im Juni, dem Schwemme-Jazzfest im Juli oder den zahlreichen Einzelauftritten von Bands und Musikern unterschiedlichster Stilrichtungen soll so auch die Baustelle als Schaubaustelle etabliert werden. Zum bundesweiten „Tag der Architektur“ im Juni hat das trotz hochsommerlicher Hitze gut funktioniert. Zwei Führungen luden dazu ein, sich über den aktuellen Stand der Bauarbeiten und Planungen zu informieren.

So wird es zukünftig neben dem schon traditionellen „Tag des offenen Denkmals“ viel öfter die Möglichkeit geben, in Austausch zu kommen und das rege Treiben der vielen Aktiven zu besichtigen.

Für besondere Überraschung und Freude sorgte im Oktober 2021 die Nachricht, dass der Verein für sein unermüdliches Engagement zur Rettung des Gebäudes mit dem Denkmalpreis des Landes Sachsen-Anhalt geehrt wird. Eine außerordentliche Wertschätzung, die Mut macht, motiviert und die Außenwahrnehmung des Schwemme e.V. deutlich verstärkt. Die Mitgliederzahl steigt stetig und alle, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, sind willkommen.

So zeigt sich die Vielseitigkeit der Mitwirkenden exemplarisch an der Themenfülle der jüngst produzierten Podcasts, veröffentlicht auf der Internetseite des Vereins. Hier werden Gespräche zur Geschichte des Gebäudes, zum Umgang mit dem steinernen Pelikan-Relief oder zur Restaurierung von historischen Papiertapeten geführt. Auch geht es um die Vision des Vereins, sich als zukünftiger Coworking-Standort zu etablieren oder darum, wie Kreativität positiv auf das Quartier ausstrahlen kann. Das Reinhören lohnt und lädt ein, sich selbst ein Bild von der Rettung des Denkmals zu verschaffen.

 
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Text: Christian Hartwig

Zuerst erschienen in Hallesche Blätter 57, September 2022, hrsg. vom Arbeitskreis Innenstadt e.V.

 
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