Artikel

Podcast #3 Das Baugeschehen in der Schwemme – Architekt Christian Hartwig im Gespräch

Wir reden in diesem Interview mit unserem Architekten Christian Hartwig über:

  • Christians Weg als Architekt und seine Begeisterung für die Denkmalpflege
  • Die Anfänge des Sicherungsprozesses in der Schwemme nach dem Brand
  • Den spannenden Weg zum finalen Bauantrag
  • Unsere Brigade Bienenfleiß
  • Unsere Fachfirmen, die uns vor Ort unterstützen
  • Die Frage der Kosten und was wir tun um diese zu senken

 

Weiterführende Links:

Hier findest du das vollständige Transkript der Folge: https://schwemme.org/podcast/

Folge uns auch hier um keine Neuigkeiten rund um die Schwemme in Halle (Saale) zu verpassen:

Instagram

Facebook

Youtube

 

Du hast Fragen und Anregungen? Melde dich bei uns: Melde dich bei uns.

Musik: Loose The Caravan (touchmore solo, Sven Teschmer – aktuelles Projekt: songshifter auf Youtube & Spotify)

Produktion: Johanna Voll für den Schwemme e.V.

 

Der Podcast Geschichte(n) aus der Schwemme wird gefördert von NEUSTART.KULTUR im Programmteil KULTUR.GEMEINSCHAFTEN der Kulturstiftung der Länder.

Bitte unterstützt den Erhalt der Schwemme mit einer Spende. Der Schwemme e.V. ist gemeinnützig – ihr erhaltet eine Spendenbescheinigung: https://schwemme.org/spenden/

Transkript

Herzlich Willkommen zur 3. Episode Geschichten aus der Schwemme – der Podcast rund um die Schwemme in Halle (Saale) von und mit Aktiven des Schwemme e.V.

Seit Dezember 2021 überragt ein großer Kran die Schwemme. Was es damit auf sich hat und warum am Saaleufer Tausende Ziegel lagern, erfahrt ihr heute im Gespräch mit unserem Architekten Christian Hartwig.

Herzlich Willkommen, Christian hier im Schwemme-Podcast. Schön, dass das geklappt hat, vielleicht zuallererst: Wer bist denn du, was verbindet dich mit der Schwemme?

Ja, Hallo, Hanni, Grüß dich. Danke für die Einladung. Heut mal online, sonst sehen wir uns eigentlich eher im Objekt. Mein Name ist Christian Hartwig. Ich bin vom Beruf her Architekt, freiberuflicher Architekt, in Halle tätig, befasse mich da auch viel mit Themen der Denkmalpflege und bin so auch zum Schwemmeverein gekommen und gern mit dabei.

Kommst du denn ursprünglich aus Halle oder was verbindet dich mit der Stadt?

Also ich komme ursprünglich aus Leipzig, hab dann in Dresden studiert, dann auch in Leipzig gearbeitet, wohne aber seit 2007 in Halle – die Liebe hat mich hierher verschlagen und wohne auch seit 2007 sehr gerne hier in Halle und hab dann zusehends begonnen bürgerschaftliches Engagement in der Stadt zu betreiben, weil mich die Stadt interessiert und da bin ich eben in verschiedenen Initiativen aktiv.

Wir werden ja nachher noch genauer auf die Schwemme eingehen, aber als Architekt hast du ja sicherlich auch noch andere spannende Projekte. Wo bist du denn da gerade so dran?

Ja, also mein Schwerpunkt liegt im Bereich der Denkmalpflege und dem nachhaltigen Bauen und aktuell ist sicherlich ein interessantes Thema in Burg Liebenau. Das ist eine ehemalige Bischofsburg und dort kümmert sich die Familie Prasse aufopferungsvoll um dieses Objekt und möchte da über ne Umnutzung auch erreichen, dass das Ensemble, was romanischen Ursprung hat und dann mehrfach überbaut wurde, der Öffentlichkeit zugänglich wird und möchte dort Veranstaltungen  durchführen und da unterstütze ich die Familie bei den Planungs- und Genehmigungsverfahren und das ist eigentlich sehr interessant, mitunter auch steinig der Weg. Und also ein bisschen vergleichbar mit der Schweme. Genau, das ist eigentlich ein interessantes Projekt, was aktuell nebenbei mitläuft.

Ansonsten habe ich auch viel als freier Mitarbeiter in der Stadt zu tun, in unterschiedlichen Büros, in nem Architekturbüro und auch in einem Restaurierungsbüro, wo also auch das Thema Denkmapflege großgeschrieben wird. Und da habe ich das Glück, dass ich auch hochrangigen Denkmälern der Umgebung mitwirken kann, also zum Beispiel die aktuellen Sanierungsmaßnahmen in der Marktkirche, bin ich auch mitbeteiligt. Oder in Eisleben in der Sankt Andreas Kirche oder aber auch das Schloss Oberwiederstedt in der Nähe von Hettstedt, die Geburtsstätte des Dichters Novalis.

Dort gibt es einen Museumsumbau, da sind wir auch aktiv, also sodass der Aufgabenschwerpunkt doch relativ umfangreich ist, aber immer wieder die Denkmalpflege eine Rolle spielt.

Kannst du denn sagen, was dich so in Richtung Denkmalpflege getrieben hat? Oder war das schon immer von Anfang an deine Faszination?

Das eigentlich nicht. Also ich kann schon sagen, dass sich die Auffassung vom Baum oder sagen wir liebe die Interessenlage während der Berufsausübung verändert hat. Also nach dem Studium überwog natürlich so der Reiz das Neue zu schaffen, den großen Wurf zu landen oder im Neubau durch Wettbewerbe aktiv zu sein.

Das war das, was unmittelbar nach dem Studium eigentlich einen so umtrieb und später richtete sich das dann aber eher auf das, was es schon gibt, also auf das schon Gebaute, den Bestand vor Ort.

Auch das Lokale und die damit verbundenen Zwänge und auch Möglichkeiten. Und das war dann bei mir so, dass ich nach einiger Zeit, die ich in Leipzig im Büro tätig war, mich dann nochmal umorientierte und dann ein Denkmalpflege Studium begonnen habe, so als Aufbaustudiengang und da hat es sich das dann verfestigt, dieser Denkmalansatz und bei dem Umgang mit der Denkmalsubstanz spielen natürlich viele Themen ne Rolle, also die denkmalpflegerische Auffassungen, die Haltung uu den Themen und natürlich auch der angemessene Umgang mit der Originalsubstanz und das sind einfach Sachen, die ich sehr interessant finde und trotzdem ist dieser Blick nach hinten also eher in die Vergangenheit gerichtet, natürlich mit aktuellen Fragestellungen zu verbinden, das heißt also ressourcenschonendes Bauen, sozial relevantes Bauen und dort so diesen Kreis zu schlagen, dieses Alte und Neue miteinander zu verbinden, das ist wirklich das, was mich aktuell umtreibt und auch interessiert, aber das war so ein Weg, den man da gegangen ist während der beruflichen Zeit und ja.

Da können wir auch gespannt sein, von dieser Weg noch hinführt, der ist ja noch lange nicht zu Ende. Viele von den Fotos, die wir so auf Instagram oder Facebook, wo uns  natürlich auch gerne folgen könnt, veröffentlichen, stammen ja auch aus deiner Hand. Fotografie ist eine große Leidenschaft in deinem Leben – wie bist du denn dazu gekommen?

Das stimmt, das begann eigentlich nach dem Abitur. Da ging das gerade so mit der digitalen Fotografie los und da stand ich vor der großen Frage, kauf ich mir eine Digitalkamera oder ein Teleskop, um in die Sterne zu schauen, das war damals preislich vergleichbar. Irgendwie habe ich mich dann für die Kamera entschieden und dann hat das viel Spaß gemacht und da sind viele Fotos  damals war ja dann ganz leicht mit digitaler Fotografie auch als Amateur zu starten und das hat sich dann verselbstständigt. Die Kamera war immer mit dabei. In den Urlauben wurden ganz viele Bilder gemacht, aber jetzt noch. Und das ein oder andere ist dann eben gut verwertbar. Vielleicht und auch für uns als Verein.

Da sind wir ja sehr froh, dass du dich nicht für das Teleskop entschieden hast und wir entsprechend schöne Aufnahmen haben, aber das kann ja noch kommen. Das kann ja dann vielleicht oben auf der Dachterrasse könnte dann durchaus auch ein Teleskop stehen -perspektivisch.

Da dachte ich jetzt auch gerade dran, als du erwähnt hast perspektivisch. Die Dachterrasse würde sich eignen. Genau. Müsste nur das Licht der Hochstraße vielleicht ein bisschen gedimmt werden, aber

Wie bist du denn ursprünglich auf die Schwemme gekommen? Das würde mich noch interessieren.

Ich erwähnte ja eingangs, dass so mein ehrenamtliches Engagement in der Stadt begann eigentlich 2010 im Arbeitskreis Innenstadt. Da gab es ein Projekt über das Studium, über diesen Aufbaustudiengang Denkmalpflege. Das sollten wir uns mit den Fachwerkgebäuden befassen, und da habe ich mich im Stadtgebiet umgeschaut, und bin da die Schmeerstraße 25, das Vereinshaus des Arbeitskreises Innenstadt, gestoßen. Hab dort recherchiert, bin dann dort in Kontakt getreten und da ist dann eigentlich eine feste Verbindung entstanden, aus der ja nun auch die Mitgliedschaft im Vorstand dann resultierte. Also ich bin also seit über 10 Jahren dort aktiv im Arbeitskreis.

Und da gab es natürlich dann so zur Entwicklung des Schwemmevereins um 2015 oder eher auch schon Anknüpfungspunkte und Schnittmengen, die sich dann mehr und mehr verstärkten und nach dem Brand 2016, als insgesamt die Aktivität des Vereins stieg, war natürlich auch mein Interesse geweckt dort mit aktiv zu werden, so dass ich jetzt, ich glaube, seit 2017 offiziell Mitglied bin aber eigentlich seit 2016 natürlich interessiert dabei. Genau, aber die Urkonstellationen, lief über den Arbeitskreis Innenstadt und dann ging es ab 2015/16 direkt noch zum Schwemmeverein.

Ja, da haben wir ja auch einige Mitglieder, die quasi eine Doppel- Mitgliedschaft haben und sind unglaublich dankbar für, weil ja da einfach auch noch mal Expertenwissen einfach mitkommt und bei uns dann eben auch ankommt. Wenn du damals so, in der Anfangszeit auf das Objekt geblickt hast, und dich da jetzt hinein versetzen würdest, wie fühlt sich das an? Und hättest du vielleicht gedacht, wir kriegen das nen bisschen schneller hin das Objekt wieder in der Nutzung, gänzlich in der Nutzung zu überführen?

Gut, mit dem schneller – glaube ich nicht, am Anfang war ja der Weg noch gar nicht so vorbestimmt.

Wie es überhaupt wird. Dadurch, dass die Eigentümerschaft ein bisschen ungeklärt war. Der Südteil gehörte einer Privatperson, der Nordteil gehörte der Stadt und gerade  im, kurz nach dem Brand als eigentlich die die Schäden überwiegten oder das Bild des Schadens immens erschien und man auch gar nicht wusste, in welche Richtung es geht, da hatte ich durch Zufall diese erste Kostenschätzung und dieses erste Vorgehen zur statisch-konstruktiven Sicherung über meine freiberufliche Mitgliedschaft in dem Architekturbüro Kowalski auf dem Tisch.

Das war also reiner Zufall, dass mir da die schwemme das erste Mal unterkam und da ging es ja nur um diese statisch-konstruktive Sicherung und mit dem Schadensbild vor Augen, war das Thema Nutzung ja noch gar nicht klar, sodass auch, dass ich dort eigentlich noch kein Gefühl von Zeit hatte, dass man sagt, was wie könnte das jetzt in 5 Jahren oder in 10 Jahren aussehen das Projekt, aber mit Einstieg oder mit Übernahme des Objektes durch den Schwemmeverein und den Ideen, den vielen kreativen Ideen, die dann kamen, da wurde das natürlich greifbarer, aber da habe ich ja auch begriffen, dass das Ganze eher ein Experiment ist, also das heißt, der Weg ist das Ziel.

Und es spielt gar nicht so eine Rolle zu sagen, jetzt sind wir fertig, weil ich würde mal behaupten, wir sind da nie fertig. Das Projekt läuft immer und wandelt sich, die Ideen, die heute stehen, sind leicht im einen Jahr dann doch wieder andere, so dass ich eigentlich nie ein Gefühl dafür hatte, wann das Projekt beendet ist oder fertig. Vielleicht ist das gut, um dann nicht zu resignieren?

Ich weiß es nicht, aber vielleicht lehrt einem das auch, dass das Objekt zu einem spricht, das haben wir ja auch so gesagt damals bei dieser ersten Aktion Lebenszeichen – Experimentieren am Fluss,  also wie gesagt haben wir versuchen mal die verschiedenen Möglichkeiten, die uns die Räume bieten. Wir experimentieren da rum und entwickeln daraus unser Konzept. Da kann man vielleicht eher sagen, dass man so in 5 – 10 Jahresscheiben denken muss. Der größte Druck entsteht natürlich durch Fördergelder, die dann irgendwann zur Abrechnung kommen müssen und dann dort auch Leistung zu verbringen sind, die dann darstellbar sind und da ist vielleicht der Zeithorizont relevanter als wenn man über die Nutzung des Objektes nachdenkt.

Wir haben ja durchaus schon bewiesen, dass wir einen relativ langen Atem haben. Wenn du uns noch mal  mitzurücknimmst und vor allem auch die Hörer:innen, wie das damals so war, als die Schwemme ja noch ein ganz anderes Aussehen hatte,  eine ganz andere Schuttlage sich darstellte. Was waren da so die ersten Sicherungsmaßnahmen, die vom Verein geleistet werden mussten?

Also ich erinnere mich noch, als es gebrannt hatte und die Eigentümersituation noch etwas unklar war, als der gesamte Schutt auf der Geschossdecke über dem Obergeschoss lag. Das ist ja nicht nur durch den Brand passiert, sondern auch zusätzlich noch durch diese Sicherungsmaßnahmen, die dann eingeleitet wurden, noch von dem alten Eigentümer und als Henryk das Objekt irgendwann besuchte, mal, als wir da schon die Zugänglichkeit hatten für den Südteil, der Nordteil gehörte noch der Stadt und meinte, da das regnet von oben, das ist wie eine Tropfsteinhöhle, das regnet von oben überall rein.

Das ist Wahnsinn, dieses Gefühl zu haben: Immer wenn es regnet, kommen dann neue Schäden dazu. Das hat uns lange begleitet eigentlich fast ein Jahr, weil ja zwischen Brand und ersten Arbeitseinsatz, der dann auch offiziell möglich war, weil wir Eigentümer geworden sind, über ein Jahr eben vergangen ist und dieses Gefühl, das hab ich manchmal immer noch, wenn es hier und da mal reinregnet, ist natürlich nicht vergleichbar mit damals. Aber es hat sich so eingebrannt, dass man sich ja eigentlich freuen sollte, wenn es im Sommer regnet und auch stark regnet, aber jedes Mal da auch über das Objekt nachdenkt. Das war ja eigentlich der allererste Akt den endlosen Schutt von diesen Geschossdecken zu räumen. Und das hat auch Monate gedauert, lange lange gedauert.

Jedoch konnte dann das Notdach errichtet werden. Das war der der erste große Meilenstein, da war es auch wichtig, dass wir sowohl im AKI als auch im Schwemmeverein dort auch kreative Köpfe haben und unkonventionelles Herangehen da eine Rolle spielt, dass wir also mit einfachsten Mitteln dieses Notdach errichtet haben, das sind ja noch ein paar Dachlatten, Dachbinder zusammengenagelt, eine Schalung drauf und Dachpappe drauf, so dass es statisch vertretbar ist. Man hätte das natürlich auch viel, viel umfangreicher machen können und zum Zehnfachen des Preises.

Aber wir haben es nun einmal so gemacht und so war es genau richtig. So konnten wir eine Eigenleistung erfüllen und das hat eben auch jetzt schon über 5 Jahre gehalten, also es erfüllt den Zweck. Da ließ einen das auch jeder etwas beruhigen, wenn es mal regnete, weil die Schwemme dann wieder trocken wurde und der Schwammbefall sich nicht noch weiter ausbreitete, zumindest nicht sichtbar weiter ausbreitet und das Notdach und die Schuttberäumung, das waren so die ersten Aktionen, die auch sehr umfangreich und mit viel Ehrgeiz und Elan durch den Verein durchgeführt wurden und das war die Anfangszeit.

Dann kamen natürlich auch so die Themen, wie können wir Aufenthaltsbereiche schaffen? Innerhalb des Gebäudes, in den nicht beschädigten Bereichen, also jetzt gerade der Nordteil, nachdem der dem Verein dann durch die Stadt übergeben wurde. Da fällt mir also die Küche ein, dort für unsere Mitarbeiter, der Aufenthaltsbereich, die Sachen, die wurden ja in Eigenleistung geschaffen.

Und natürlich die Nutzbarmachung von Flächen wie dem Keller, die Tenne, der Mittelteil, die Werkstatt, die Garage, also alle Sachen, die jetzt funktionieren und die in Nutzung sind und ja, auch gerade die Tenne und der Keller durchaus ihren Charme haben und natürlich auch für Begeisterung sorgen. Also dort haben wir ja auch einfach nur durch Aufräumen, Herrichten, Notsichern schon gute Dienste geleistet und dann gibt es noch diese Veranda Süd, also wir hatten irgendwann gemerkt, dass bei diesen ganzen Schutträumen irgendwie das fehlte, dass man auch mal was Neues sieht oder was Sauberes oder helles, Weißes. Da war der Ansatz zu sagen, diese südliche Veranda könnte man ja als Bauteil, als Probebauteile mal herausstellen und in Teilen herrichten, Putzreparaturen durchführen und auch die Fenster, die wurden ja von einem Tischler seinerzeit repariert sind die Originalfenster, die sich da noch drin befinden und das hat eigentlich gut funktioniert als Zeichen zur Stadt. Wir haben mit den Mitgliedern gezeigt, aber auch der Stadt, es tut sich was an der Schwemme, weil vieles ja im Inneren des Gebäudes stattfand, was muss keiner von außen sehen konnte. Und so war plötzlich dieser Giebel Richtung Hochstraße, die man beim Vorbeifahren mit der Straßenbahn und dem Auto immer sieht war schonmal neuer als der Rest des Gebäudes. Und das hat eigentlich funktioniert seinerzeit. Das war auch wichtig, ist ja auch das Bild unserer Startseite im Internet, ne dieser dieser Giebel.

Und wir haben ja auch die Notsicherung des Seitenflügels durchgeführt, also der Seitenflügel nach Osten hin von 1835. Dort gab es also sowohl Zimmermannsarbeiten, die von einer Firma durchgeführt wurden, aber auch Dachdeckungen, die durch den Verein gemacht werden konnten und wir haben im vergangenen Sommer einen relativ viel Energie reingesteckt und in vielen Arbeitseinsätzen am Wochenende und unter der Woche dort die Dachfläche mit Altziegeln decken können.

Das ist, denke ich, auch eine wichtige Leistung gewesen, der ist jetzt auch in sich erstmal geschlossen, dieser Seitenflügel und dicht. Da regnet es jetzt auch nicht mehr rein und dann müssen wir ja auch noch an die Schwemme-Box denken, die ist ja im Frühjahr 2020 hingestellt worden mit unserem Freiwilligen in der Denkmalpflege, die uns damals zur Verfügung standen, ja schön schwarz angestrichen worden und dann haben wir ja auch die Dachterrasse oben drauf bekommen und mit Holzdielen ausgelegt, damit die dann für zukünftige oder auch schon durchgeführte Veranstaltungen zur Verfügung steht. Das ist auch schon passiert, also es ist eine ganze Reihe, die sich aus der Mischung von Eigeninitiative, Ehrenamt und aber auch schon Unterstützung von Firmen abzeichnet und natürlich dort unsere Möglichkeiten verstärkt, die Schwemme als kreativen Ort zu gestalten.

Vielen Dank für dieses umfassende Bild, was du da hoffentlich in den Köpfen gezeichnet hast. Du hast es schon erwähnt – das Besondere an unserem Verein ist ja auch wirklich das hohe Maß an ehrenamtlichen Engagement. Und da konnten wir in der letzten Folge des Podcast schon einen kleinen Blick auf den Schwemmeverein werfen,  haben einige Mitglieder vorgestellt und Tatsache ist ja auch, dass da wirklich nahezu täglich ein freiwilliger kleiner Bautrupp vor Ort ist. Ist dir das schon bei anderen Projekten begegnet? So in diesem Ausmaß?

Das ist mir so noch nicht begegnet. Das ehrenamtliche Engagement ist wirklich erstaunlich, also Inken und Holger sind nahezu jeden Wochentag von morgens bis mittags vor Ort und erfüllen wichtige Aufgaben, ohne die das Projekt nur äußerst schwer gelingen würde. Unterstützt werden sie dabei ja auch von Jonas, unserem Freiwilligen in der Denkmalpflege. In den Vorjahren auch von unseren anderen Mitwirkenden, der Egon, Richard…

Klara und Theresa.

Klara und Theresa, genau. Also die Liste, die ist sehr lang mit unserem Freiwilligen und aber, das ist wirklich außergewöhnlich und das sorgt auch öfter für positives Erstaunen bei den Firmen, die da sind. Also zum Beispiel hatte unser Restaurator, Dirk Knüpfer, der Restaurator für uns ja befundet und uns auch Sachen dokumentiert, meinte Mal so: Ach, toll, das ist schön hier, die helfen freiwillig mit und dann nochmal ein bisschen so und so und da hat ihm das gleich Spaß gemacht, den Tag dort mit in der Schwemme zu verbringen und dann haben sie gemeinschaftlich ihre Kaffeepause gemacht. Er hat ein paar Proben genommen und hat das einfach auch noch mal herausgestellt, dass das was Besonderes ist.

Für uns wird es mitunter vielleicht schon Alltag. Die sind ja immer da und die kriegen Ihre Aufgaben und sollten die auch gut erfüllen, aber sich dann mal zurückzunehmen und zu sagen das ist wirklich ein Bonus, das kann man nicht erwarten, das ist auch was Besonderes, das merkt man dann erst in der Außensicht, wenn irgendjemand darauf stößt und sagt das ist aber toll hier, wie alle aktiv sind wie ihr da auch die Truppe zusammenhaltet und bei der Stange haltet, dass dort auch die Lust da ist, jeden Morgen aufzustehen und bis Mittag da zu arbeiten. Brigade Bienenfleiß – hattest du das Wort schon erwähnt?  So war ja die Selbstbenennung und das trifft es denke ich ganz gut.

Ja, sehr schön und ist ja auch total cool, dass das so intergenerationell ist, ne also dass man da wirklich von jungen Leuten, die vielleicht noch in den Berufsorientierung sind bei den FSJler:innen eben, bis hin zu Holger, der eigentlich schon im Ruhestand ist, aber eben sich überlegt hat, er möchte noch was reißen, er will noch was machen und nicht nur zu Hause rumsitzen das ist doch wirklich ganz unterschiedliche Altersgruppen auch am Start sind. Bis hin zu Inken, ihr habt sie ja auch im letzten Podcast kurz kennengelernt, die aufgrund von einer schweren Krankheit nicht mehr normal arbeiten gehen kann, aber trotzdem sich einbringen möchte und das eben bei uns in der Schwemme tut. Dafür sind wir ja unheimlich dankbar, das kann man eigentlich nicht oft genug sagen.

Nun haben wir ja einiges schon über die ja freiwilligen Arbeitskräfte, aber auch Firmen gehört, aber irgendwo muss das ganze ja doch finanziert werde. Wer steckt denn da vor allem hinter in dieser ersten Phase der der Sicherungsmaßnahmen?

Die erste Phase der Sicherungsmaßnahmen, das ist natürlich, das größte Geld, das seitens der Stadt zur Verfügung gestellt wird. Das sind die Städtebaufördermittel, die wir dort nutzen können, um diese statisch-konstruktiven Sicherung durchzuführen. Stadtumbau Ost heißt das Förderprogramm und ein gewisser Weise war ja die Übergabe des nördlichen Teils an den Schwemmeverein mit dieser Aufforderung verknüpft, auch die Sanierung anzugehen und mit diesen Fördergeldern umzugehen und das ist eben jetzt der größte Batzen, den wir zur Verfügung haben. Den versuchen wir jetzt dann in diesem Jahr auszuschöpfen, mal sehen, ob uns das gelingt, es ist eben doch noch viel zu tun.

Aber es sind auch natürlich viele, viele kleine oder kleinerer Töpfer, die wir anzapfen, z.B. die Beisheim Stiftung, die uns bei den Fenstern in der Veranda unterstützt hat und du bist ja auch immer auf jeden Fall mit dabei. Wahrscheinlich kannst du die selbst noch besser aufzählen, welche anderen Töpfe wir da noch anzapfen, mitunter verlier ich da auch den Überblick.

Wir haben auf jeden Fall, was das Bauliche betrifft noch die Stadema Stiftung mit im Boot, wofür wir sehr dankbar sind, und dann haben wir ja auch schon.. Ja, wir gucken ja immer, dass wir die Schwemme auch schon soziokulturell bespielen über unterschiedlichste Projekte und Aktionen und da kommt dann natürlich auch ein ganzer Rattenschwanz an verschiedenen Förderungen zusammen. Ganz besonders müssen wir dann natürlich auch das Programm Neustart Kultur erwähnen, das ja auch eine Förderung schon in unsere Richtung übermittelt hat. Da sind wir auch sehr dankbar für.

Was man aber nicht vergessen sollten, und das sind ja auch unsere öffentlichkeitswirksamsten Veranstaltungen, zum Beispiel der Denkmaltag wo dann auch ganz viele Leute, Bürgerinnen und Bürger aus Halle, aber auch darüber hinaus, vorbeikommen und selbst diese kleinen Privatspenden ne, das ist dann schon auch ganz ganz wichtig für uns, dass wir dann eben auch relativ ungebunden Dinge kaufen, und anschaffen können, die gerade aktuell gebraucht werden auf der Baustelle und auch das hilft uns unglaublich weiter.

Nun liegt ja seit 2021 auch der Bauantrag vor. Das war ja ein bisschen ein steiniger Weg. Kannst du da Tipps und Erfahrungen teilen, die vielleicht auch anderen Initiativen helfen, die in einer ähnlichen Situation sind, da du das ja maßgeblich betreut hast.

Das stimmt. Seit August liegt der Bauantrag vor. Gott sei Dank, das war lang und steinig der Weg. April 2020 habe ich die Unterlagen eingereicht und also anderthalb Jahre etwa Bearbeitungszeit. Durch einige Gremien der Stadt ist das Ganze gegangen und unendlich viele Unterlagen, Nachforderungen, Nachschärfungen, die wir zum Glück alle erfüllen konnten. Ws war auch wirklich für alle Seiten sicherlich nicht ganz einfach.  Wir mussten dem Kind ja einen Namen geben.

Wir wussten zwar, was wir wollen und die mannigfachen Ideen, die zukünftig dort sich abspielen könnten in dem Objekt, die waren ja auch eigentlich allen klar und die Richtung war klar, aber wie nennt man dieses Projekt jetzt einfach als Titel, ne? Diese einfache Frage und sie hat uns umgetrieben, da gab es auch mehrfache Titeländerungen.

Wir sprechen ja immer nur von der Schwemme, aber man kann das ja nicht nur Schwemme nennen und fertig, also war das Wort „Vereinshaus“ noch wichtig zu sagen, um was geht es denn eigentlich um einen Vereinshaus? Ich kann ja den Titel mal vorlesen. Die genaue Bezeichnung des Bauvorhabens: Die Schwemme: Umnutzung und Instandsetzung der ehemaligen Schwemme-Brauerei zum Vereinshaus des Schwemme e.V.

Es war dann schlussendlich der Titel, auf den wir uns geeinigt haben. Der lässt noch ein bisschen Spiel, aber umreißt dann doch, dass das Thema, um was es uns geht und dann fragtest du ja nach den Schwierigkeiten. In so einem Baugenehmigungsverfahren werden ja die verschiedenen Fachbereiche involviert, die sich dem Thema Bauen, oder mit den Auswirkungen des Bauens befassen.

Bei uns war eigentlich ein ganz großes Thema der Brandschutz. Wir hatten das Glück, dass wir mit einem Weimarer Büro, Brandschutz-Planungsbüro der Planungsgruppe Gebrurtig zusammenarbeiten konnten, die es sind also wirklich versiert im Bewerten von denkmalgeschützter Bausubstanz und überführen dieser in die heutige Zeit auch mit den Anforderungen an den Brandschutz, ohne jetzt in einer Art und Weise einzugreifen, dass also von einem Denkmal nichts mehr übrig bleibt. Das war also ganz wichtig, dass wir die mit im Boot hatten, weil der Professor Geburtig, da kann man sagen eine Koryphäe auf diesem Gebiet ist und dort sicherlich auch die richtigen Formulierungen gefunden hat, die dann entscheidend sind um so ein Projekt durchzubekommen.

Und so war es sehr wichtig, dass wir nicht das ganze Holz, was man im Bauwerk sieht, wenn wir in der Tenne stehen, dann wirkt das wie eine große Scheune und Holz brennt ja. Holz ist auch in solchen Gebäudeklassen eigentlich gar nicht zulässig als tragende Bauteile, beziehungsweise nicht ungeschützt. Und um das zu sehen war eine gewisse Klassifizierung des Holzes notwendig und das haben wir eben erreicht. Zusammen mit dem Brandschutzplaner, dass das so durch ging, das war ein großer Meilenstein. Also das Thema Brandschutz im Denkmal, erst recht natürlich in einem Holz-oder Fachwerkgebäude, da hatten wir uns bisschen gerieben mit der Verwaltung, aber das hat dann am Ende auch gut funktioniert.

Dann das Thema Schallschutz. Also schall- und Emissionsschutz nach außen. Also was machen wir da? Die Veranstaltungen, welche Lärmpegel könnten da erzeugt werden, ist das gegebenenfalls für die Nachbarschaft schädlich und so. Da muss man auch bauphysikalische Berechnungen anstellen lassen, das hat auch noch ein Weilchen gedauert und einige Nachforderungen mit sich gezogen. Aber auch dort konnten wir dann denke ich, dass zur Zufriedenheit erfüllen die Anforderungen.

Und Thema Naturschutz da denke sind wir ganz gut. Da hatten wir auch mal eine Begehung mit dem geschützten Baumbestand und so, dass wir denke ich, auch ganz gut durchgekommen sind.

Das Thema Denkmalpflege. Ich denke, dort gab es keine Probleme. Wir haben da einen sehr guten Draht die Genehmigungsbehörde und auch in das Fachamt, also in das Landesdenkmalamt und die sehen das mit Wohlwollen, was wir an der Schwemme machen, sodass wir von der Seite natürlich eigentlich keine Probleme hatten, da unsere Ideen umzusetzen, was uns auch sehr gefreut hat und genau.

Da erinnere ich mich noch an das Thema Parken, ne Parken. Im innerstädtischen Bereich gibt es keine Parkplätze, wir haben aber natürlich eine gewisse Anzahl von Personen, die wir dort nachweisen und die dann auch parken wollen. Kommen ja nicht nur mit Fahrrädern, zumindest in der Lesart der Bauordnung. Das war noch so ein bisschen schwierig. Dort die Parkflächen nachzuweisen oder auch abzulösen, dass waren letztendlich die Themen, die uns beschäftigt haben.

Und natürlich hat das auch nen Weilchen gedauert bis die Statik fertig gerechnet war. Das ist ja ein dicker Aktenordner, fast 600 Seiten Statik zu diesen verschiedenen Gebäudeteilen. Die musste natürlich auch erstmal während des Verfahrens erstellt werden und wird auch aktuell noch geprüft. Das sind ja alles langjährige Verfahren, wo sich dann am Ende doch erklärt, wieso anderthalb Jahre Prüffrist zustande kommen, das sind ja auch immer zwei Seiten. Kommt ja ne Unterlagennachforderungen und dann müssen wir darauf reagieren, müssen wir dann die Informationen nachreichen, und noch ein Planungen detaillieren.

Dann geht dann auch wieder Zeit ins Land, bevor das von uns eingereicht wird, dann wird das wieder nachgeprüft und also es gab eine ganze Reihe von Rückläufen und ein paar Sachen sind auch jetzt noch ausstehend, die ich noch klären muss, aber zumindest ist der offizielle Baubeginn, den ich angewiesen hatte, Ende des Jahres 2021, der war dann dadurch nicht gefährdet.

Da geht es ja auch so richtig ab, gerade auf der Baustelle. Was passiert denn da und mit welchen Firmen kooperieren wir da derzeit?

Also aktuell sind wir voll und ganz mit den Zimmerarbeiten befasst: Die statisch-konstruktive Sicherung des Südteils, der Austausch Schwamm belasteter oder nicht mehr tragfähiger Hölzer und die Rekonstruktion des abgebrannten Dachstuhles. Das beschäftigt uns gerade. Parallel dazu sind wir natürlich aktiv und machen Schuttberäumung und Abbrüche.

Die Firma Scholzbau hat die Zimmerarbeiten bekommen, eine Hallesche Firma, die uns wirklich, mit der wir gut zurechtkommen können. Wir haben einmal in der Woche unsere Bauberatung. Stimmen uns da wunderbar ab. Und da bin ich sehr zufrieden.

Der Kran steht ja seit Ende November auf der Südspitze, ist gut zu sehen von der Hochstraße und ja, auch war auch so ein bisschen das Einläuten der Baustelle für sozusagen die Leute, die vorbeifahren, die das Projekt interessiert, täglich sehen. Wir kannten den Ort, jetzt steht dort ein Kran, da muss was passieren.

Seit Mittwoch dieser Woche ist auch straßenseitig ein Gerüst gestellt. Das macht die die Firma Ida Bassenberg aus Leuna. Die haben uns auch schon vor 2 Jahren an der Veranda das Gerüst gestellt und auch am Seitenflügel im Hof ein Gerüst gestellt. Also auch das ist ein sichtbares Zeichen: es geht voran!

Und im Seitenflügel sind ja auch Fenster schon eingebaut worden, teilweise sind Fenster auch eingelagert worden. Also die Tischlerei Sommer, die dort die Fenster gebaut hat, die auch jetzt immer schon mit im Boot ist und wenn sie wieder ein Fenster ausmessen kann, das dann auch gleich in ihrer Werkstatt fertig. Die sollten wir auch nennen. Also da sind schon eine ganze Menge an Firmen die momentan aktiv sind und zukünftig ja noch eine ganze Ecke an Firmen dazu kommt, die uns unterstützen wird.

Ja, wir leisten ja relativ viel auf der Baustelle selbst und eben auch in Kombination mit den Fachfirmen, die uns dabei sehr unterstützen, aber das kostet natürlich. Was macht denn die Schwemme trotzdem -ich sag mal- halbwegs kosteneffizient, welcher Mechanismen und Konzepte nutzen wir da?

Das eine ist natürlich die eigene Leistung, die wir erbringen können, die jetzt keine unmittelbare fachliche Expertise erfordert, sprich Schutt- und Abbrucharbeiten. Ist entweder über unsere Ehrenamtler oder durch unsere Arbeitseinsätze einmal im Monat natürlich viel möglich. Zeit ist Geld und wenn Firmen sich mit sowas befassen müssten, würde es in Rechnung gestellt werden.

Das macht, denke ich, viel aus und natürlich Sachen, die handwerklich für uns leistbar sind: eben ne Dachdeckung in einem kleinen Rahmen, so wie wir es am Seitenflügel gemacht haben. Das kann Geld sparen. Geld spart aber auch die Wiederverwertung von Baustoffen. Da schauen wir natürlich auf die vielen Dachziegel, die am Fuße, oder am Ufer der Saale lagern, da haben wir ja zum Glück über Stephan Schirrmeister und seine Baustellen an der Goldenen Rose und am Goldenen Pflug die Möglichkeit, dort die alten Dachziegel zu bekommen. Er saniert seine Dächer grade um dort die Energieeffizienz zu erhöhen und deckt die Dächer neu ein und die Dachziegel, die noch in einem guten Zustand sind, die werden zu uns überführt und zukünftig auf unser Dach gedeckt. Also wir haben dort die Möglichkeit auf Bestandsziegel zurückzugreifen, was Geld spart.

Das muss man zwar ein bisschen differenzieren, weil die auch gereinigt werden müssen und die Transportwege eine Rolle spielen, aber es geht dabei ja nicht nur um das Geld sparen, sondern es geht ja auch um das Sparen von Ressourcen und wenn man sieht, was der Brand eines Dachziegels an Energieaufwand bedeutet, und dann stellt sich eigentlich nicht die Frage diesen wiederzuverwenden. Wir haben natürlich dort immer ein gewisses Risiko, weil ja Gewährleistung nicht zu hundert Prozent gegeben werden können bei alten Dachziegeln und wir hoffen, dass die Dachdeckerfirmen da mitspielen um mit diesen Ziegeln einzudecken.

Aber vom Grunde her, wenn die Ziegel noch gut sind, warum sollen wir sie nicht wieder verwenden. Ich denke, da ist nicht nur der ökonomische Aspekt, der da eine Rolle spielt, sondern auch der ökologische.

Ich glaube, die Dachziegel stehen ja auch symbolisch dafür, was wir so an ganz vielen unterschiedlichen Stellen in dem Objekt machen, dass wir Sachen einfach doppelt und dreifach versuchen zu nutzen, bevor wir es denn tatsächlich entsorgen müssen womöglich.

Und das zahlt ja auch schon so ein bisschen auf das zukünftige Nutzungskonzept ein, da will ich jetzt gar nicht in großer Ausführlichkeit drauf eingehen. Das machen wir bestimmt nochmal in anderen und weiteren Podcastfolgen hier. Generell soll die Schwelle ja ein Kreativort werden, ein sogenannter dritter Ort, wo Menschen sich begegnen können und das eben auch in Kombination mit einem Kompetenzzentrum für Klimaneutrales Bauen und einem Coworking Space als ein Ort der neuen Arbeit. Dazu vielleicht, ja, wenn wir jetzt mal die Glaskugel rausholen, und vielleicht 5 oder womöglich 10 Jahre in die Zukunft blicken: Könntest du dir auch vorstellen, in so einem Coworking Space selbst zu arbeiten?

Das könnte ich mir gut vorstellen. Wer haben ja dort sowohl die die öffentlichen Bereiche, wo man sich also auf einer großen Fläche nur den Schreibtischplatz sichert.

Aber wir haben auch die Möglichkeit, so in Klausur zu gehen, um ein kleines Atelier, einen kleinen Bürotrakt und was dann für mich, wenn man vielleicht ein oder zwei Tage die Woche dort verbringt, was für mich als als Arbeitsmöglichkeiten in Frage kommt, das müsste ich dann mal ausprobieren. Bisher habe ich noch keine Erfahrung mit Coworking. Man kennt natürlich das Arbeiten in größeren Büros, da sitzt man auch mit mehreren Leuten in einem Raum am Schreibtisch und hat vielleicht so eine ähnliche Atmosphäre. Aber so ist es ja noch mal etwas anderes. Es ist ein freies Arbeiten, jeder hat seine Projekte und man trifft sich mal auf einen Kaffee und spricht von Arbeit, aber auch von privaten Sachen. Aber ich könnte mir das ganz gut vorstellen, ich werde es ja auch machen müssen um zu sehen, ob das überhaupt funktioniert, was man sich da so planerisch auch überlegt hat, von daher denke ich, werde ich mir auf jeden Fall dort ein Plätzchen sichern.

Sehr schön ja, das ist ja immer die Frage, ob das, was man in den diversen Workshoprunden plant, ob das dann tatsächlich funktioniert. Aber dazu versuchen wir ja auch immer schon, die sogenannte Community gut mitzunehmen und auch da einzubeziehen in Cocreation-Prozessen. Ich würde mal langsam zu unserer kreativen Endfrage kommen und mich ganz herzlich bedanken für die Einblicke in das Baugeschehen zur Schwemme. Was möchtest du denn dem Verein Schwemme e.V. für 2022 mitgeben?

2022 möchte ich ihm Durchhaltevermögen mitgeben, weil ich denke, das ist jetzt auch ein entscheidendes Jahr. Also wir haben jetzt eine Phase in der rückblickend viele Veranstaltungen verschoben wurden, vielleicht sich auch der eine oder andere aus dem Verein zurückgezogen hat, oder für ihn das nicht mehr das gleiche ist, wie er vor der Corona Zeit.

Aber wir haben natürlich jetzt die Phase, in der ganz viel passiert, in der ganz viel Neues passiert und auch gewisse Ideen jetzt umgesetzt werden und auf den Prüfstand kommen.

Und da brauchen wir denke ich, das Durchhaltevermögen, um mit unseren personellen Strukturen gut klar zu kommen und dann mit den neu geschaffenen Ressourcen, die sich dann zeigen, um die auch einfach noch auf die nächste Ebene, über das nächste Level zu führen, um unseren Weg einfach weiterzugehen.

Sehr schön, vielen Dank dafür und wir sehen uns sicherlich bald wieder in unserer Schwemme. Tschüss.

Das ganz bestimmt. Vielen Dank, Hanni,Tschüss.

Das war wieder eine Geschichte aus der Schwemme – der Podcast des Schwemme e.V. in Halle mit Johanna Voll. Für mehr Informationen rund um die Schwemme und aktuelle Veranstaltungshinweise, schaut auf schwemme.org vorbei. Auf Facebook und Instagram teilen wir regelmäßig Einblicke vom Baufortschritt, folgt uns gerne auch dort.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.