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Podcast #2: Der Schwemme e.V. im Portrait – bürgerschaftliches Engagement in Aktion

In dieser Folge wollen einen Blick auf unsere tägliche Arbeit vor Ort werfen und die Menschen vorstellen, die sich mit viel Herzblut für unsere Schwemme engagieren.

Erfahrt, was es bedeutet ein FSJ in der Denkmalpflege zu machen und lernt unseren Brauer etwas mehr kennen.

Wir reden über:

  • Das Besondere im Verein
  • Stellen einzelne Personen vor
  • Geben Einblicke in das Freiwillige soziale Jahr, was man u.a. bei uns absolvieren kann
  • Und stellen unseren Brauer vor, der uns bei unseren Bierexperimenten fachkundig begleitet

Weiterführende Links:

Hilfen für Menschen in der Ukraine:

Aktion der Freiwilligenagentur Halle

Aktion Deutschland Hilft

Diakonie Katastrophenhilfe

Malteser

Deutsche Rote Kreuz (DRK)

Ärzte ohne Grenzen

Caritas

Ihr wollt euch bei uns engagieren? Hier sind alle Informationen dazu: https://engagiert-in-halle.de/organisationen/organisation/108218?page=1

Video: Ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege in der Schwemme

Bei Interesse am FSJ in der Denkmalpflege bei uns bitten wir um eine kurze E-Mail an mail@aki-halle.de zur Verabredung eines Informationsgespräches.

www.jugendbauhuetten.de 

www.denkmalschutz.de

https://www.ijgd.de/inland/fsj-denkmal

Hier findest du das vollständige Transkript der Folge: https://schwemme.org/podcast/

Folge uns auch hier um keine Neuigkeiten rund um die Schwemme in Halle (Saale) zu verpassen:

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Du hast Fragen und Anregungen? Melde dich bei uns: Melde dich bei uns.

Musik: Loose The Caravan (touchmore solo, Sven Teschmer – aktuelles Projekt: songshifter auf Youtube & Spotify

Produktion: Johanna Voll für den Schwemme e.V.

Der Podcast Geschichte(n) aus der Schwemme wird gefördert von NEUSTART.KULTUR im Programmteil KULTUR.GEMEINSCHAFTEN der Kulturstiftung der Länder.

Bitte unterstützt den Erhalt der Schwemme mit einer Spende. Der Schwemme e.V. ist gemeinnützig – ihr erhaltet eine Spendenbescheinigung: https://schwemme.org/spenden/

Transkript

Herzlich willkommen zur zweiten Episode von Geschichten aus der Schwemme – dem Podcast rund um die Schwemme in Halle (Saale) von und mit Aktiven des Schwemme e.V.

In dieser Folge wollen einen Blick auf unsere tägliche Arbeit vor Ort werfen und die Menschen vorstellen, die sich mit viel Herzblut für unsere Schwemme engagieren.

Erfahrt, was es bedeutet ein FSJ in der Denkmalpflege bei uns zu machen und lernt unseren Brauer etwas mehr kennen.

Auch das soll gesagt sein: Angesichts der dramatischen Situation in der Ukraine nehmen wir Anteil an dem Schicksal der Menschen dort. Es ist schwierig die richtigen Worte zu finden und euch einfach in fröhlicher Art davon zu berichten, wie es bei uns im Verein vorangeht. Derzeit werden in Halle verschiedene Hilfsaktionen koordiniert, an denen sich Vereinsmitglieder beteiligen. Ein paar Links packen wir daher in die Shownotes.

Diese Folge ist insofern besonders, dass sie ein Vereinsportrait von einem Bürgerverein darstellt, Stimmen dazu einfängt und das portraitiert, wofür wir stehen: Wir helfen uns gegenseitig, sind füreinander da – verbunden über unser identitätsstiftendes Haus im Herzen von Halle. Aus diesen Erfahrungen der letzten 7 Jahre seit der Gründung des Schwemme e.V. wissen wir, wie wichtig das zivilgesellschaftliche Engagement und der Wert der Solidarität ist und in der nächsten Zeit sein wird.

In diesem Sinne nehmen wir euch nun mit in unsere Schwemme. Die Aufnahmen, die wir mit euch teilen wollen stammen von unserem Arbeitseinsatz am Anfang des Monats Februar.   

MUSIK

Im Verein Schwemme e.V. engagieren sich Menschen aus unterschiedlichen Berufen und sozialen Milieus ehrenamtlich – vom Ruheständler, über Studierende, unsere FSJler:innen, Stadt- und Projektentwickler:innen oder Historiker, unser Architekt oder Lehrer:innen.

Unsere tägliche Arbeit mit dem Ziel das Denkmal zu erhalten:

  • Tägliche Bautätigkeit vor Ort durch kleines Team und Expert*innen, Brigade Bienenfleiß
  • Monatliche Treffen
  • Arbeitseinsätze vor Ort (monatlich immer am letzten Samstag des Monats)
  • Einsatzstelle im FJD (Freiwilliges Jahr Denkmalpflege)
  • Organisation von Kulturveranstaltungen aller Art: u.a. Ausstellungen im Kunstraum Schwemme, Kleinkunst, Konzerte oder Lesungen
  • Stellen unsere Räume für Feiern, Workshops, Vereinstreffen zur Verfügung
  • Brauereibetrieb zu ausgewählten Anlässen

Das verbindende Thema „Bier“ nutzen wir daher um breite Schichten der Bevölkerung anzusprechen. Darauf gehen wir später noch genauer ein.

Seit 2015 organisieren wir also verschiedenste öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen und verfügen über ein gutes  Netzwerk in die Kunst- und Kulturszene auch jenseits der Stadt Halle. Insbesondere der Arbeitskreis Innenstadt (AKI e.V.) unterstützt uns mit seiner langjährigen Erfahrung in der Denkmalpflege und Stadtentwicklung.

Nun wollen wir euch zunächst ein paar Menschen aus dem Verein etwas näher vorstellen.

Bei unseren monatlichen Arbeitseinsätzen kommen immer wieder Mitglieder und auch Helfer:innen aus einem erweiterten Kreis um den Verein zusammen. Einige engagieren sich, z.B. aufgrund von Familienaufgaben eher aus dem Hintergrund und unterstützen bei der Webseite oder der Öffentlichkeitsarbeit.

Ich bin Jürgen und ich bin Lehrer hier nach Halle und bin über den Aki und die Aktivitäten zur Schwemme gekommen und dann auch zum Schwemme-Verein.

Jürgen engagiert sich auch im AKI:

Der Aki ist der Arbeitskreis Innenstadt, existiert schon seit DDR-Zeiten und beschäftigt sich mit Baudenkmalen in der Stadt Halle, Stadtplanung und anderem mehr.

Ute und ihr Mann sind seit letztem Jahr dabei:

Ich bin hier in der Schwemme seit einiger Zeit, weil mir das am Herzen liegt, weil ich Hallenserin bin, hier geboren und kenne noch die Zeit aus DDR-Zeiten und die Stadt und mir liegt am Herzen hier zu helfen, wo mal was geschichtsträchtige stand und immer noch steht, und dass da wieder was Schönes draus wird und das macht mir Freude, auch wenn ich schon Rentnerin bin, aber hier teilzunehmen und zu sagen ich bin da mit dabei und mit jungen Leuten zusammen zu sein. Das macht mir Freude.

Wie bringst du dich ein?

Am liebsten das, was gerade anfällt, was ich körperlich kann, z.b. ich kann auch gut Kuchen backen [Lachen] irgendwelche Hilfstätigkeiten, ist egal, Hauptsache ich helfe.

Ja ich bin Christian Hartwig. Ich bin seit 6-7 Jahren, glaube ich, im Verein schon, also relativ am Anfang mit dabei. Die Sache mit der Schwemme hat mich schon interessiert als der Verein noch gar nicht Eigentümer des Grundstücks war. Das ging ja schon 2015 los mit Denkmaltag und so und als Mitglied im Arbeitskreis Innenstadt habe ich da auch schon immer interessiert drauf geschaut und als es natürlich dann zur Katastrophe kam, zu dem Brand und die ganzen Aktivitäten, die dann im Anschluss folgten mit der Übernahme des Gebäudes, hat mich das natürlich angetrieben hier Mitglied zu werden und aktiv zu werden und da ich Architekt bin, kann ich ganz gut hier Hobby und Beruf verbinden und bekomme da auch die Möglichkeit seitens des Vereins aktiv zu sein und meinen mein Einsatz einzubringen.

Also ich bin der Holger. Bin 67 Jahre alt und mich hat‘s zur Schwemme getrieben weil ich, wo ich in Rente gegangen bin, sonst in ein Loch gefallen wäre und dann hatte ich mir eine freiwillige Tätigkeit gesucht und bin dadurch auf die Schwemme gestoßen.

Ich bin Alex, also einer der Alexander hier, der mit dem Lehm sag ich immer um mich zu unterscheiden von den anderen Ehrenamtlichen und Vereinsmitgliedern. Ja, Lehm hatte ich angedeutet, bin hier für Lehm also zuständig, wurde gefragt, ob ich das mir zutraue. Habe ich ja gesagt, fräß mich in diese Materie rein. Ist sehr schön. Stapel gerade Lehmsteine. Da ist jede Menge zusammengekommen in zwei bis drei Workshops und Projekten, die war jetzt mit Schülern und Erwachsenen gemacht haben, Freiwilligen. Ne andere Schiene ist der Abriss, bin hier für die schweren Aufgaben zuständig, für Sachen, die anderen sonst nicht alleine schaffen würden oder wo Gefahren Verzug ist und so weiter.

Ja, ich bin Henryk Löhr. ich bin Archäologe und am archäologischen Museum der Universität tätig und bin schon seit 1988 in der Denkmalpflege in Halle aktiv, im Arbeitskreis Innenstadt, also ehrenamtlich und wir waren immer auf der Suche nach einem Objekt, wo wir auch wieder praktisch tätig werden wollten und da bot es sich an, als die Schwemme vom Schwemme e.V. erworben werden konnte, da natürlich mitzumachen und ja zu versuchen dieses Gebäude wiederzubeleben.

Ich bin Inken Peters und arbeite in der Brigade Bienenfleiß auf dem Bau.

Ich habe Inken gefragt, was für sie Gemeinschaft bedeutet:

Einfach dazu gehören. Ich habe lange gesucht nach einer Arbeit, 7 Jahre lang, 5 Jahre und seit 2015 bin ich krank und glücklicherweise habe ich das hier gefunden.

Wie bist du auf uns gekommen?

Durch eine Seite,  da musste man, engagiert in Halle, ja und dann habe ich Handwerk eingegeben und dann kann ich nur das, weil ich habe Sprachschwierigkeiten und das war gut, dass ich das Handwerk habe ja und mit der Sprache kann ich nicht mehr.

Aber dir fällt es ja schon auch leichter, bzw. haben wir das gemerkt je mehr du handwerklich arbeitest und in Bewegung bist und dabei auch sprichst…

… der Physiotherapeut macht das mit mir auch und ich muss mich bewegen während ich spreche. Das ist das gleiche.

Man kann ja auch sagen, dass Inken, Holger und derzeit unser FSJler, Jonas, hier tatsächlich jeden Tag vor Ort sind und sich ehrenamtlich engagieren, was ein ganz großer Schatz für den Verein ist. Also vielen Dank!

Ja, also ich bin der Harald. Was treibt mich im Verein an? Interessante Menschen, Dinge, die man hier machen kann und das schönste ist, man hat das Gefühl, man bewegt was. 

Mein Name ist Gernot Lindemann. Ich bin im Schwemmeverein tätig, sogar im Vorstand und ich begleite das Projekt eigentlich von der ersten Idee an als ich vor vielen Jahren auf das Haus aufmerksam wurde und mit anderen zusammen überlegt habe, was man vielleicht machen könnte um dieses faszinierende Haus zu erhalten.

Ein FSJ in der Schwemme

Seit einigen Jahren sind wir eine der vielen Einsatzstellen für junge Menschen im freiwilligen sozialen Jahr in der Denkmalpflege

Unter der Trägerschaft der Jugendbauhütte Quedlinburg haben in den vergangenen Jahren bei uns schon einige Jugendliche Erfahrungen in verschiedenen Bereichen der Denkmalpflege sammeln können und Orientierung für eine künftige Ausbildung und berufliche Zukunft gefunden.

Die Jugendbauhütten sind ein Projekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Trägerschaft der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd). Ein ganzes Jahr lang können junge Menschen von 16-26 Jahren in den Einsatzstellen einer der bundesweit 16 Jugendbauhütten traditionelle Handwerkstechniken erlernen, sie am Original anwenden und das Besondere des Echten und Authentischen mit eigenen Händen spüren und erfahren. Rund 5.000 junge Menschen haben bislang ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege in den Jugendbauhütten absolviert.

Das FSJ Denkmalpflege beginnt im September und dauert ein Jahr. Es wird von vielen Handwerksbetrieben und Fachhochschulen als Praktikum anerkannt.

Die praktische Arbeit in unserer Einsatzstelle wird durch sechs Seminarwochen in Quedlinburg ergänzt, in denen theoretische und praktische Grundlagen in der Denkmalpflege vermittelt werden. Die Seminare finden gemeinsam mit den Teilnehmern am FJD aus anderen Einsatzstellen statt.

Arbeitsaufgaben:

    Mithilfe an der Rettung und Dokumentation kulturellen Erbes in Halle

    Selbstständige Arbeit an den Publikationen des Vereins

    Büroarbeiten (z.B. Betreuung der vereinseigenen Bibliothek und des Archivs)

    Bearbeiten eines eigenen Projektes als Jahresarbeit

    Sicherungsarbeiten an gefährdeten Baudenkmalen

    Denkmalpflegerische und stadtgeschichtliche Beratung (nach Einarbeitung)

Ich sitze jetzt hier mit Jonas zusammen. Jonas ist seit September 2021 in der Schwemme im Rahmen eines FSJs in der Denkmalpflege aktiv und würde direkt mal fragen, wie bist du denn auf die Schwemme aufmerksam geworden? 

Ich bin auf die Schwemme aufmerksam geworden durch die IJGD, die das FSJ in der Denkmalpflege im Prinzip anbietet und ich hab tatsächlich von der Schwemme vorher noch nichts gehört. Die hatten ein paar Einsatzstellen vorgestellt und da sagte mir die Schwemme bis jetzt am meisten zu und ich bin auch froh, dass ich hier angenommen wurde. 

Du bist ja hier vor Ort täglich mit noch zwei anderen aktiv. Ihr nennt euch Brigade Bienenfleiß. Was verbirgt sich denn dahinter? 

Ja, die Brigade Bienenfleiß sind im Prinzip Holger, Inken und ich. Holger und Inken arbeiten ehrenamtlich, ich im Rahmen des FSJs hier täglich in der Schwemme und machen so die Aufgaben wofür jetzt nicht unbedingt Baufirmen benötigt werden, wie zB. Mauern mauern oder aufräumen oder Vorbereiten von Veranstaltungen. Alle möglichen kleinen Dinge, die nebenbei noch so anfallen und da gibt es einiges hier zu tun.

Du hast ja knapp unseren großen Veranstaltungssommer 2021 verpasst. Was waren denn bis jetzt Highlights? Was gefällt dir hier in der Schwemme am meisten? 

Am meisten gefällt mir tatsächlich das Arbeiten an der frischen Luft und das handwerklich tätig werden und körperlich anpacken. Das liegt mir ganz gut und tatsächlich freue ich mich, jetzt im Winter ist es ja mit Veranstaltungen nen bisschen mau, aber ich hab ja nen paar miterlebt im letzten Herbst und das waren immer schon coole Abende, wo ich mich auch in 2022 wieder drauf freue.

Wenn du so auf das große Bauwerk hier blickst. Ich glaub jeder und jede von uns, der oder die hier im Verein aktiv ist, verbindet ja was anderes damit. Was verbindest du mit der Schwemme? 

Die Schwemme bedeutet für mich ein Wahrzeichen für Denkmalschutz im Prinzip. Ich denk, da ist die Schwemme ein sehr einzigartiges Beispiel, wie es laufen kann, dass man wirklich aus nem sehr alten, muss man wirklich sagen, maroden Gebäude wieder etwas Schönes und Neues herrichten kann. 

Gibt’s denn Highlights, auf die du dich hier 2022 ganz besonders freust? 

Besonders freu ich mich auf den neuen Dachstuhl, der kommt mit der Zimmererfirma, mit der wir gerade arbeiten. Das dauert noch nen bisschen, aber das soll jetzt Ende April, das ist noch nicht fest, dass das zeitlich genau passt, aber das ist was, worauf ich mich freue. Und wieder die Veranstaltungen, wie schon gesagt, wenn es im Sommer wieder Party gibt, hoffentlich.

Wenn wir so ein bisschen in die Zukunft blicken, wo siehst du denn die Schwemme in 5 Jahren? 

Oh ich hoffe, dass der Baufortschritt da sehr weit vorangekommen ist und, dass es möglich ist, dass auch Veranstaltungen im größeren Rahmen stattfinden können und auch langfristige Projekte stattfinden können, für Künstlerinnen und Künstler, die hier vielleicht ihre Sachen ausstellen können oder anderweitige Dinge.

Vielleicht zum Abschluss wir haben ja hier jedes Jahr mindestens einen FSJler oder eine FSJlerin am Start. Würdest du denn ein FSJ bei uns empfehlen und wenn ja, für wen wäre das hier der richtige Einsatzort? 

Ich würde auf jeden Fall hier ein FSJ empfehlen, weil man definitiv sehr viel mitnehmen kann und für welche Person das sehr gut ist, würde ich auch mal an meinem Beispiel nehmen: Leute, die vielleicht nach der Schule oder nach dem Abitur nicht genau wissen, wo es langgehen soll, und erstmal, wenn handwerkliche Tätigkeiten schon im Interessengebiet liegen, erstmal in verschiedene Sachen reinschnuppern wollen, für die ist das in jedem Fall hier nen guter Bereich um sich zu orientieren und in verschiedene Berufssachen reinzuschnuppern. 

Und kannst du sagen, inwiefern dir das auf deinem Weg auch schon ein paar Weichen aufgezeigt hat? Wo geht’s für dich nach der Schwemme hin? 

Ich hab auf jeden Fall vor, irgendwann ne Zimmererausbildung zu machen und allerdings würde ich nach dem FSJ, nicht direkt auf ein Studium – oder nen Studium liegt vielleicht auch noch im Interessengebiet, aber noch nicht festlegen, sondern erstmal nen Jahr lang kleinere Jobs machen, die mich interessieren, die aber nicht langfristig ne Lösung für ne Karriere bieten aber das ist so mein Plan. 

Dabei wünschen wir dir auf jeden viel Erfolg und danken dir ganz doll, dass du hier täglich vor Ort bist und uns hilfst das Bauwerk zu erhalten und in eine tolle Nutzung für die Stadtgesellschaft zu überführen.

Ein paar Impressionen aus dem Jahr 2019 von unseren damaligen FSJler:innen sind im Videoformat auch in den Shownotes verlinkt.

Aber auch die anderen Vereinsmitglieder sollen noch mal zu Wort kommen. So zum Beispiel Alexander Salhoff. Ich hab ihn gefragt, was ich den motiviert sich in der Woche, aber auch am Wochenende zusätzlich zu engagieren.

Na nicht nur bei den Arbeitseinsätzen, sondern allgemein, wenn man die Dimension mal in den Dekaden aufdröselt, ist das unheimlich schön, wenn man sowas mal über 10-15 Jahre vielleicht begleitet, das ist auch ein Stück seines eigenen Lebens und ich will das jetzt nicht an jedem Stein im Fachwerk festmachen, aber man weiß, das arbeitet so vorm inneren geistigen Auge. Wir kehren gerade auf dem Prozess um, was Abriss betrifft und Neuaufbau und das ist wunderbar, das zu beobachten. Da geht einem echt das Herz auf

Was ist das Besondere am Verein?

Das Besondere am Verein ist das hier ganz unterschiedliche Menschen mit völlig unterschiedlichen Wurzeln, Intention, Berufen hier zusammenfinden und gemeinsam versuchen, dieses alte Objekt wiederzubeleben.

In gewisser Weise, wir halten alle zusammen. Das Personal [bellen] -ja, auch die Hunde gehören mit zum Verein, genau. Also das Personal ändert sich immer mal oder die Zusammensetzung, wenn man so auf die letzten 5 Jahre schaut kommen neue Gesichter dazu, andere sieht man wieder weniger, ein harter Kern halt durch aber die Idee trägt und das finde ich das Besondere. Also es ist ja nicht so, dass wenn Leute gehen, dass dann die Idee stirbt und der Verein kurz vor Auflösung steht, sondern ich denke, die Idee der Schwemme ist so groß, dass auch neue Gesichter dazu kommen, sich begeistern, sich einfinden in die Themen und dann auch neue und vielleicht auch bessere Wege beschreiten und dieses wachsen oder das Verändern im Verein das finde ich sehr interessant.

Gemeinschaft für mich ist, dass ich hier von Montag, wenn ich das möchte, bis Freitag was machen kann und wenn die Möglichkeit besteht, dass man sich dann aber auch mal zusammensetzt, wenn wieder mal eine Veranstaltung ist, und das mal mein Bier trinkt und Wurst zusammen ist und dass man sich mal nicht nur über die Schwemme unterhält, auch mal eine private Sache oder was. Das ist für mich Gemeinschaft, also die Leute sind immer da, man kann sie ansprechen, wenn man Probleme hat und das ist für mich Gemeinschaft und Zusammenhalt.

Ich habe die Mitglieder auch gefragt, was ihnen die Schwemme bedeutet. Harald meint dazu:

Die Schwemme bedeutet für mich Bier  [lachen] das ist tatsächlich einer wichtigsten Antriebe, weil die Schwemme ist ja eine alte Brauerei und wir wollen sie ja auch wiederbeleben, wollen auch wieder Bier brauen und das ist das, was mich am meisten interessiert.

Daher begrüßen wir 2022 Lukas ganz herzlich im Verein. Er wird uns als Brauer unterstützen und die zweite Experimentalphase der Mikrobrauerei mit viel Fachwissen begleiten. Er arbeitet als Brauer in einer Leipziger Brauerei und hat auch nach Feierabend noch nicht genug davon. Im Rahmen der Vereinstätigkeiten wird er sein Wissen an uns und andere Interessierte weitergeben, aber hört selbst:

Unser Brauer

Na, mein Name Lukas ich komme aus Leipzig. Ich bin von beruf Brauer.

Wie bist du auf die Schwemme aufmerksam geworden?

Tatsächlich über einen gemeinsamen Berufsschulfreund, der mich einfach angeschrieben hat und gesagt hat: du ich kenne da eine in Halle. Die ist da in so einem Verein und die brauchen dringend einen Brauer ja und dann haben wir uns in Kontakt gesetzt, über Facebook. Dann bin ich mal vorbeigekommen. Ich bin aufgewachsen selber in einem uralten Gebäude, also in nem Bauernhof von 1736 von dem her finde ich das ganz schön, dass so ein Gebäude wiederbelebt wird und auch das Brauen mit dazu, weil es ja auch insgesamt ein Konzept ist, wo Kultur, Interessen, Musik, das Brauen, das Herrichten, das Basteln, wie auch immer, soll ja alles unter einem Dach gebracht werden. Von dem her finde ich das super gut das Konzept und da kann man sich schon mal für engagieren.

Was wünscht du dir für 2022?

Ich hoffe mein Bier, was ich so planen zu machen, dass das dann auch mal unter die Leute kommt und dass ich dafür positive Resonanz bekomme, dass es dem Verein ein bisschen weiterhilft und dass sich da noch mehr Leute finden, die sich für das Projekt interessieren und vielleicht auch engagieren.

In Bezug auf das Bier, hast du da eine bestimmte Richtung, in der du unterwegs bist? Auf was können wir uns denn freuen?

Das, was jetzt gebraut wird, wird ein Pale Ale, schönes klassisches Bier. Kommt ursprünglich aus England, schön hopfig, mit einer leichten Zitrusnote im Abgang und dann aber auch noch schön bittere, ja schön erfrischend. Auf alle Fälle was Gutes für den Sommer. Dauert ja auch ein bisschen Bier zu machen, vier Wochen muss man sich mindestens gedulden, deswegen schauen wir mal. Bald soll besser Wetter werden und dann geht das los.

Bei uns in der Schwemme sind uns ja auch die nachhaltigen Aspekte des Bauens und vielleicht auch des Brauens besonders wichtig. Inwiefern kannst du damit Ansatzpunkte schaffen?

Aus meinem persönlichen Umfeld, ich könnte in Zukunft noch die Kontakte herstellen zu unter anderem Hopfen-Lieferanten bzw. Hopfenbauern, die sich auf biologischen Anbau spezialisiert haben. Malz, was auch einer der Grundstoffe ist fürs Bier, kann man auch biologisch beziehen und wenn man dafür Ansatzpunkte schaffen kann bzw. Nachhaltigkeit hat ja auch nicht immer direkt was damit zu tun, dass es biologisch sein muss, sondern auch das Interesse zu wecken, vielleicht auch in der jüngeren Generation, dass eben so ein alter Handwerksberuf wie das Brauen auch mal wieder ein bisschen Renaissance erlebt und das Interesse dafür geweckt wird.

Vielen lieben Dank, Lukas, wir freuen uns auf jeden Fall sehr, dass wir hier einen engagierten Brauer gefunden haben, der das ganze Geschehen auch wirklich gemeinsam mit dem Verein denkt. Worauf können wir uns gemeinsam freuen? Was hast du mit uns vor?

Na, ich will auf alle Fälle im Verein, dass die Leute, die sich dafür interessieren, dass die auch mal mit Hand anpacken können, dabei sein können, dass sich vielleicht auch ein paar Leute so weit bekomme, dass sie auch das Bier selbständig brauen können, ohne dass ich mit führender Hand darüber stehen muss und wenn es dann wieder die Lage zulässt, Corona-mäßig gesehen, dass dann auch externe Leute gerne mal vorbeischauen können, wenn gebraut wird und das Interesse einfach bei denen zu befriedigen, zu wecken, was auch immer man sich vorstellen kann.

Vielen lieben Dank, im Rahmen des Podcasts werden wir sicher noch  den ein oder anderen Blick in die Schwemmebox mit der Mikrobrauerei werfen und darüber berichten, was es da in regelmäßigen Abständen für neue Biere gibt.

Zusammenfassend sagt Gernot Lindemann zum Besonderen im Verein:

Ja, ich glaub, dass das hier tatsächlich schon diese Mischung ist, der verschiedenen Generationen und auch da unterschiedliche Leute, die aus ganz eigenen Berufswelten kommen und die sich vielleicht im Arbeitsleben oder in den Freundeskreisen und so gar nicht begegnen würden das ist schon toll und faszinierend eigentlich.

Hab ich noch was vergessen zu fragen?

Nein! [lachen]

Musik  

Das war die zweite Folge Geschichte(n) aus der Schwemme – der Podcast des Schwemme e.V. in Halle mit Johanna Voll. Für mehr Informationen rund um die Schwemme und aktuelle Veranstaltungshinweise schaut auf www.schwemme.org vorbei. Auf Facebook und Instagram teilen wir regelmäßig Einblicke vom Baufortschritt – folgt uns gerne dort.

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